Wie alles begann

Der Weg zum eigenen Schiff.........          

Motor-Yacht Gamin, oder wie alles begann.......


Mit einer Penichette 935 der Bâteau Rouge schipperten  Doris, Hans und Jenny mit den beiden Hunden Blacky und Wendy erstmals gemeinsam im Burgund auf gemietetem Kiel.


1996. Hans besass damals schon alle notwendigen Bootsführerscheine. Der Rest der Crew bestand aus Frischlingen. Jenny konnte erst einigermassen schwimmen und musste deshalb während dem Schleusen die Wahl treffen zwischen Schwimmweste oder unter Deck bleiben. Weil sie ein wenig bequem ist, war die Wahl schnell getroffen. Mein erster Tag auf einem Schiff bestand aus endlos Schleusen mit total 22 Stück von Dijon nach St. Jean-de-Losne, über den Canal de Bourgogne zum Fluss Saône. Für den Rest dieser Ferien waren somit die meisten Probleme schon gelöst.

Auf dieser Fahrt legten wir im neuen Hafen von Seurre F an. Das Städtchen und der Hafen gefielen uns so gut, dass da der folgende Spruch kreiert wurde: Wenn wir mal ein eigenes Schiff besitzen, werden wir es hier stationieren! 


Ab 1997 begleiteten uns die Grosseltern Fux. Das bedeutete, dass wir auf das grössere Bâteau Rouge 1160 umstiegen. F071PH62JPGWie wichtig genügend Platz ist, merkten wir bereits bei unserer ersten gemeinsamen Fahrt. Vornehm ausgedrückt hatten wir wechselhaftes Wetter und mussten viel Zeit im Innern des Boots verbringen.       

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Mit der gleichen Besatzung und dem gleichen Bootstyp unternahmen wir folgende Touren:

1997: Corre - Dijon Corre

1998: Canal du midi

1999: Lutzelourg - Strassbourg -  Nancy - Lutzelbourg

2000: Joiny - Péaris - Joiny

2001: die 'Sauerkraut-Tour'


Allmählich nahm der Wunsch nach einem eigenen Schiff immer mehr Überhand. Die verbale Planung und die Gedankenspiele nahmen immer grössere und deutlichere Formen an. Gespräche mit Bootsbesitzern im Kollegenkreis kamen dazu. Das Hirngespinst entwickelte sich immer mehr zu einem konkreten Plan. Die ersten Heftli mit und über Boote wurden gekauft. Schiffsausstellungen wurden vorgemerkt und die Daten dazu setzten sich in den Hinterköpfen fest. Die HISWA Ijmuiden (die grösste Ausstellung Europa’s mit gewasserten Schiffen), Nähe Amsterdam, stand im Herbst 2000 vor der Tür. Hans hatte frei, ich leider nicht. Da mein Chef die Ferien kurzfristig verschob, tat sich plötzlich eine Lücke auf! Fliegen, fahren? Wie wollen wir vorgehen. Kurzfristige Flüge waren sündhaft teuer, da damals die Billigfliegerei erst am Anfang stand und Amsterdam noch nicht angeflogen wurde. Also einen Tagestrip für ca. Fr. 2000.--, Taxi, Eintritte, alles dabei, buchen? Nein, das war definitiv zu viel. Die Variante Auto prüfen. Bis nach Ijmuiden sind es ‚nur’ rund 750 km, also kein Problem. Hans war vorerst nicht sehr begeistert von dieser Idee. Weil wir bloss 2 Tage Zeit hatten, entschlossen wir uns doch mit dem Auto zu fahren.  

 

Wenn der Abend vorher im Hundeclub bloss nicht so ‚hart’ gewesen wäre!!!!!!!!! Statt um 0500 Uhr starteten wir erst um 0600 Uhr. Immer noch früh! Kurz vor dem ersten Mal auftanken war Hans wach und einigermassen ausgeruht. Kurzes Frühstück, Fahrerwechsel und hüsch die büsch ging’s weiter. Das Schnellzugstempo auf den deutschen Autobahnen behagte uns und unserem Subaru Forester sehr. Erstmals konnten wir den Turbopower voll einsetzen. In Ijmuiden angekommen, war auch Hans vom Autofahren, sogar über eine lange Strecke, wieder begeistert.  

 

Dieser Messebesuch lohnte sich in jedem Fall. Wir erhielten die Gelegenheit, auf allen möglichen Schiffen herumzuklettern. Hund Wendy musste derweil im Auto warten. Langsam wurden unsere Ideen und Vorstellungen konkreter.  

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Die Nacht verbrachten wir in Amsterdam. Wendy musste das Auto hüten, da es in dieser Stadt praktisch unmöglich ist, mit Hund ein Hotelzimmer zu bekommen. So haben wir bei im Bootel = Schiffshotel, Nähe Bahnhof, übernachtet. Wir konnten den lauen Abend mit einer ausgiebigen Erkundungstour durch das Nachtleben von Amsterdam geniessen. Hund im Auto über Nacht? Eigentlich kein Problem, wenn sie nicht ausgerechnet an diesem Abend Durchfall gehabt hätte. Dass wir ein wenig unruhig geschlafen haben, ist sicher verständlich.  

 

Gut war der Vertreter der ‚Babro’ nicht so geschäftstüchtig. Denn wenn der ein gutes ‚Gspüri’ hätte, wäre der Kauf einer Babro, ähnlich Linssen Sturdy, eventuell bereits am ersten Messetag zur Sprache gekommen. Da er uns nicht „angelte“, selber Schuld, liessen wir unsere Augen weiter schweifen. Der zweite Tag an der Messe führte uns auch zu einer Stahlyacht der Marke 'Noblesse'. Dieses Schiff ist beiden sofort ins Auge gestochen. Es kamen enorm viele Eindrücke auf uns zu und stifteten vorerst mehr Unsicherheit als Klarheit. Erst mit dem Anblick der ‚Noblesse’ und deren offenem Innenausbau erhielten unsere eigenen Vorstellungen eine klarere Richtung. Am späteren Nachmittag verliessen wir die Ausstellung mit dem Wissen, dass unser Schiff eine Stahlyacht werden würde. Nach einem Strandspaziergang mit Wendy starteten wir turbomässig wieder nach Hause. Wir waren uns einig, dass eine ausgiebige Hollandtour mit Werftbesuchen angesagt war.  

 

Nach dem Besuch der Schiffsausstellung im September 2000 in Amsterdam suchte Hans im Internet weiter nach unserem Wunschschiff und stiess zufällig auf die Bijko-Werft in Harlingen Friesland. U.a. zeigte er mir ein Bild der 'Carline 1100'.

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Der Anblick dieses wuchtigen Schiffes veranlasste mich zu dem Spruch: Aber nicht so eine Plöfferbütti! Nachdem ich das ‚Fudi’ des Schiffs mit seiner AHV-Treppe gesehen hatte, war klar, dass wir dieses Boot in natura anschauen müssen. Als Jenny ausgerechnet in unseren Ferien im Herbst ins Judolager wollte, war schnell klar, dass wir ‚Alten’ als Alternativprogramm nach Friesland NL fahren.

 

Oktober 2000. Und so kam es dann auch. Wir suchten die Adressen diverser Werften heraus und zeichneten die jeweiligen Standorte in der Karte ein. Für den Besuch der Werft Bijko-Yachtverhur waren wir angemeldet. Auf den ersten Blick gefiel uns der kleine Familienbetrieb.

 

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 Bijko Bootsbouw in Harlingen/NL  

Anlässlich unseres Besuches überzeugten uns Werft, Mitarbeiter und Schiffe. Nach einer ausgiebigen Besichtigungstour mit gemütlicher Kaffeepause vereinbarten wir auf Donnerstag eine Probefahrt. In der Zwischenzeit hiess es Werften suchen und besuchen und endlos viele Schiffe anschauen. Insgeheim hatte die ‚Carline’ jedoch von Anfang an einen recht deutlichen Vorsprung. Am Mittwochmittag mochten wir keine weiteren Schiffe mehr besichtigen und leisteten uns eine Pause.  


Wir beschlossen Go-Cart fahren zugehen. Mit den Benzinern in der geschlossenen Halle rumfahren machte wohl Spass, die daraus resultierende Stinkluft ist Hans allerdings nicht so gut bekommen. Die Probefahrt am darauf folgenden Tag dafür umso besser.

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Wir erhielten die Gelegenheit, mit jeweils einer ‚Carline 1000’ und einer ‚Carline 1100’ zu fahren. Relativ schnell war klar, dass es die ‚Carline 1100’ sein müsste. Die Grösse, Länge wie Breite, des Mietbootes sind identisch mit unserer Carline.  

Dadurch ergab sich die Möglichkeit, den Innenausbau als offene Variante zu gestalten. Mit einem guten Gefühl verabschiedeten wir uns von der Familie Van der Bij. Wenige Worte genügten danach um zu wissen, dass wir uns definitiv für eine ‚Carline 1100’ entschieden hatten.  

 

Also keine weiteren Werften mehr besuchen, sondern starten Richtung Frankreich. Am Abend trafen wir in Nancy ein. Diese Stadt war uns recht gut vertraut, jedenfalls was den Weg vom Hafen aus ins Zentrum anbelangte. Wir fanden trotzdem ein Hotel (hihihi, dass es ein Puff war, merkten wir erst in der Nacht) relativ Nahe Zentrum und recht preiswert.

 

Am folgenden Tag fuhren wir nach Seurre F. Wir suchten den Hafenwart und sondierten bereits vor, für unseren Hafenplatz für das Jahr 2003! Denn dass wir einmal nach Seurre wollen, war nach unserem ersten Besuch mit dem Mietboot schon klar.  

 

 Per E-Mail und telefonisch bestätigten wir der Bijko-Werft, dass wir Gefallen an der ‚Carline 1100’ gefunden hatten. Daraufhin schickten sie uns eine erste Offerte.

 

2001. Dieses Jahr werden wir sehr wahrscheinlich nie mehr vergessen. Nachdem der Vertrag unter Dach und Fach war, folgte eine intensive Schiffsbauzeit. Unendlich viele Fahrten nach Friesland bestimmten das Geschehen. In den Frühlingsferien führte uns eine Hollandtour u.a. natürlich auch zur Bjko-Werft. Im Sommer fuhren wir letztmals mit einem Bâteau Rouge 1160 in die Ferien. Die Herbstferien verbrachten wir mit den Grosseltern Fux in Holland und konnten bereits den Stahlbau ‚unserer’ Carline bewundern.

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Die Masse und die Ausstattung dieses Bootes hatte uns bei der Wahl zum eigenen Schiff stark mitbeeinflusst. Von Linssen-Sturdy über Yachtstyle, alle Ideen waren vorhanden – doch musste es dann schliesslich eine ‚Carline 1100’ sein. 

 

Mit der 1100 war es uns möglich, unsere Wünsche und Ideen bezüglich Innenausbau in die Tat umzusetzen bzw. umsetzen zu lassen. Wir entschieden uns für einen neuen und modernen Motor, einen VW Marine. Weil dieser Motor nur halb so gross ist wie die Altbewährten, war es möglich, eine Schottwand so zu versetzen, dass wir eine zusätzliche Schlupfkabine einbauen konnten.   

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Mit Holz sieht alles schon ganz anders aus                                           AusbauJPG




2002. Es ist Winter und wir ‚hirnen’ ganz fest an einem passenden Namen für unsere Carline herum. In der Endausmarchung stehen ‚Gamin’ für Lausbub und ‚Calumet’ für Friedenspfeife. Alle die Hans kennen werden sich wundern, wie das überhaupt eine Frage sein kann! War es dann schlussendlich auch nicht. Dafür ging die Sucherei nach der passenden Schrift los. Mit verschiedenen Ausdrucken bewaffnet reisten wir einmal mehr nach Harlingen. Der Rumpf unseres Schiffes wurde mit diversen Gamin-Schriftzügen ‚verpflastert’. Nach einem längeren Hinundher fiel unsere Wahl auf die Schrift ‚Forte’.

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Und so sah Gamin dann mit der gewählten Schrift aus

        

.......................... Juli 2002 und nun:

Gamin auf grosser Fahrt. 

 


Juli 2002 und nun.pdf